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Lebenswerk von Zeichner Hans Traxler jetzt nahezu vollständig im Caricatura Museum Frankfurt

Der Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Sport der Stadt Frankfurt hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 25. Januar 2024, den Ankäufen des Lebenswerks von Zeichner und Satiriker Hans Traxler zugestimmt.Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig sagt: “Hans Traxler ist dem Haus seit seiner Gründung eng verbunden und gehört zu den bedeutendsten satirischen Zeichnern, die Deutschland je hervorgebracht hat.”Das erworbene Konvolut umfasst 1793 Originale und 240 Skizzen des Künstlers. Traxler erweitert die Sammlung noch zusätzlich durch eine Schenkung von rund 500 Drucken.Im Konvolut befinden sich frühe Werke wie beispielsweise Zeichnungen für sein Buch “Fünf Hunde erben 1 Million” (1979), späte Werke sowie aktuelle, teilweise noch nicht veröffentlichte Zeichnungen. Zu den Highlights zählen Illustrationen zum Buch “Birne. Das Buch zum Kanzler” (1983, zusammen mit Peter Knorr) und die Zeichnungen für das Satiremagazin TITANIC. “Im Zentrum unseres Museums stehen die Werke der Neuen Frankfurter Schule. Sie machten Frankfurt am Main zur Hauptstadt der Satire. Daraus ergibt sich unser Sammlungsauftrag, den wir mit diesem für uns so wichtigen Ankauf unterstreichen”, sagt Martin Sonntag, Leiter des Caricatura Museums. “Wir danken Hans Traxler für sein Vertrauen in unser Haus. Uns freut es außerordentlich, dass wir sein Lebenswerk in unserer Sammlung zusammenhalten, bewahren und der Öffentlichkeit in Ausstellungen zugänglich machen können.”Bild: © Hans TraxlerQuelle: Pressemitteilung der Stadt Frankfurt am Main vom 26. Januar 2024

Ein Nachruf: Anna Poth (7.11.1923 – 21.1.2024)

Erst gestern saßen wir noch mit ihr in Sossenheim zusammen, haben auf ihre Kosten gegessen und getrunken, dann wurde sie ganz plötzlich hundert Jahre alt, in Worten: 100 und nun ist sie in eine andere Dimension hinübergewechselt. Ein pralles Jahrhundert Anna Poth hat damit sein jähes Ende gefunden.Sie war die Grande Dame der Neuen Frankfurter Schule, die Säulenheilige der Caricatura, die Göttin der Satire. Ohne Anna würde es vieles, was unser Leben leichter macht, nicht geben. Sie war die Zeremonienmeisterin denkwürdiger Orgien in der legendären Villa Claire. In den Sechzigerjahren schleuste sie sich in das Nachrichtenmagazin PARDON ein, um dessen Miterfinder Chlodwig Poth einzukassieren und zu Höchstleistungen zu bringen. Ohne Anna hätte er niemals den Sexualtatsachenroman "Die Vereinigung von Körper und Geist mit Richards Hilfe" schreiben können. Jahre später zwang sie ihn, TITANIC zu gründen, damit sie aus diesem Fundus immer wieder neues Festgästematerial bei ihren orgiastischen Festen in Frankfurt-Sossenheim unter den Tisch trinken konnte. Die stolze Trägerin des "Hans-Mentz-Preises für verschärfte Kommunikation" kannte da keine Gnade. Wer nicht feiern wollte, wurde beschimpft. Generationen von Redakteuren und Mitarbeitern haben an ihrem Kaffeetisch Lebenshilfe und Trost bei Liebeskummer, familiären Sorgen oder Formulierungsproblemen gefunden. In der Forschung der Komischen Kunst gilt sie inzwischen längst nicht mehr als die Frau von Chlodwig, sondern Chlodwig ist der Mann von Anna Poth.Warum gab es bei diesen unermesslichen Verdiensten keine Sonderausstellung “100 Jahre Anna Poth” in der Caricatura? Warum hat die Stadt Frankfurt ihre Verdienste als furchtlose Hostientesterin nicht mit einer Leibrente gewürdigt, warum wurde sie noch nicht einmal zur Ehrenbürgerin ernannt und warum steht in Sossenheim kein Denkmal von ihr, das sie sicher gerne mit einem grandiosen Festakt selber eingeweiht hätte? Eine Caricatura ohne Anna Poth ist eigentlich sinnlos, trotzdem müssen wir alle irgendwie versuchen in ihrem Sinne weiterzumachen, sonst kriegen wir später gewaltigen Ärger mit Anna.Foto: © CMF, Britta Frenz

Stadt Frankfurt verabschiedet Achim Frenz, Gründer und Museumsleiter

Nach 23 Jahren wurde Museumsleiter Achim Frenz am Montag, den 9. Oktober 2023 mit einem Festakt in der Evangelischen Akademie Frankfurt aus dem aktiven Dienst der Stadt Frankfurt verabschiedet.Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig würdigte in ihrer Rede das große und beharrliche Engagement Achim Frenz‘ für die Komische Kunst: „Das Caricatura Museum Frankfurt ist ein großes Glück für unsere Stadt, die sich nun als Hauptstadt der Satire in das kollektive Gedächtnis einschreibt. Das Museum, ein Publikumsmagnet, verfügt über bundesweites Renommee als Kompetenzzentrum der Komischen Kunst. Diese Erfolge sind zurückzuführen auf das leidenschaftliche Engagement von Achim Frenz, der seine Idee in die Tat umsetzte und das Museum in Frankfurt gründete. Nicht zuletzt hat es dazu beigetragen, dass Komische Kunst als ernstzunehmende Kunst zum Gattungsbegriff wurde.“Pit Knorr beschwor in seiner Laudatio die auf der Arbeit von Achim Frenz beruhende glorreiche Zukunft der komischen Kunst in Frankfurt. Musikalisch begleitet wurde die Verabschiedungsfeier von Frank Wolff.In seiner Zeit als Museumsleiter verantwortete Achim Frenz den Aufbau und die Erweiterung der Sammlung des Hauses, die mittlerweile weit mehr als 8.000 Originale der Zeichner der „Neuen Frankfurter Schule“ sowie rund 6.500 Zeichnungen weiterer Karikaturisten umfasst. Unter seiner Ägide wurden die regelmäßigen Neuhängungen der Dauerausstellungen zur Neuen Frankfurter Schule und 42 Sonderausstellungen kuratiert. Als Herausgeber der Caricatura Museum Edition, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verlagen entsteht, erscheinen regelmäßig Bücher zu den vielfältigen Ausstellungen. Zudem das Festival der Komik etabliert, das alljährlich als Ergänzung zu den Ausstellungen auf dem Weckmarkt satirische Bühnenkunst während des Museumsuferfestes präsentiert.Ende Oktober endet seine Amtszeit, er wird dem Caricatura Museum Frankfurt aber weiterhin als Kuratoriumsmitglied zur Seite stehen.Foto: Achim Frenz und Kulturdezerntin Ina Hartwig © Stefanie KöslingQuelle: Presseinformation der Stadt Frankfurt vom 9. Oktober 2023

Lebenswerk von Zeichner Hans Traxler jetzt nahezu vollständig im Caricatura Museum Frankfurt

Der Ausschuss für Kultur, Wissenschaft und Sport der Stadt Frankfurt hat in seiner Sitzung am Donnerstag, 25. Januar 2024, den Ankäufen des Lebenswerks von Zeichner und Satiriker Hans Traxler zugestimmt.

Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig sagt: “Hans Traxler ist dem Haus seit seiner Gründung eng verbunden und gehört zu den bedeutendsten satirischen Zeichnern, die Deutschland je hervorgebracht hat.”

Das erworbene Konvolut umfasst 1793 Originale und 240 Skizzen des Künstlers. Traxler erweitert die Sammlung noch zusätzlich durch eine Schenkung von rund 500 Drucken.

Im Konvolut befinden sich frühe Werke wie beispielsweise Zeichnungen für sein Buch “Fünf Hunde erben 1 Million” (1979), späte Werke sowie aktuelle, teilweise noch nicht veröffentlichte Zeichnungen. Zu den Highlights zählen Illustrationen zum Buch “Birne. Das Buch zum Kanzler” (1983, zusammen mit Peter Knorr) und die Zeichnungen für das Satiremagazin TITANIC. “Im Zentrum unseres Museums stehen die Werke der Neuen Frankfurter Schule. Sie machten Frankfurt am Main zur Hauptstadt der Satire. Daraus ergibt sich unser Sammlungsauftrag, den wir mit diesem für uns so wichtigen Ankauf unterstreichen”, sagt Martin Sonntag, Leiter des Caricatura Museums. “Wir danken Hans Traxler für sein Vertrauen in unser Haus. Uns freut es außerordentlich, dass wir sein Lebenswerk in unserer Sammlung zusammenhalten, bewahren und der Öffentlichkeit in Ausstellungen zugänglich machen können.”

Bild: © Hans Traxler

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Frankfurt am Main vom 26. Januar 2024

Ein Nachruf: Anna Poth (7.11.1923 – 21.1.2024)

Erst gestern saßen wir noch mit ihr in Sossenheim zusammen, haben auf ihre Kosten gegessen und getrunken, dann wurde sie ganz plötzlich hundert Jahre alt, in Worten: 100 und nun ist sie in eine andere Dimension hinübergewechselt. Ein pralles Jahrhundert Anna Poth hat damit sein jähes Ende gefunden.

Sie war die Grande Dame der Neuen Frankfurter Schule, die Säulenheilige der Caricatura, die Göttin der Satire. Ohne Anna würde es vieles, was unser Leben leichter macht, nicht geben. Sie war die Zeremonienmeisterin denkwürdiger Orgien in der legendären Villa Claire. In den Sechzigerjahren schleuste sie sich in das Nachrichtenmagazin PARDON ein, um dessen Miterfinder Chlodwig Poth einzukassieren und zu Höchstleistungen zu bringen. Ohne Anna hätte er niemals den Sexualtatsachenroman "Die Vereinigung von Körper und Geist mit Richards Hilfe" schreiben können. Jahre später zwang sie ihn, TITANIC zu gründen, damit sie aus diesem Fundus immer wieder neues Festgästematerial bei ihren orgiastischen Festen in Frankfurt-Sossenheim unter den Tisch trinken konnte. Die stolze Trägerin des "Hans-Mentz-Preises für verschärfte Kommunikation" kannte da keine Gnade. Wer nicht feiern wollte, wurde beschimpft. Generationen von Redakteuren und Mitarbeitern haben an ihrem Kaffeetisch Lebenshilfe und Trost bei Liebeskummer, familiären Sorgen oder Formulierungsproblemen gefunden. In der Forschung der Komischen Kunst gilt sie inzwischen längst nicht mehr als die Frau von Chlodwig, sondern Chlodwig ist der Mann von Anna Poth.

Warum gab es bei diesen unermesslichen Verdiensten keine Sonderausstellung “100 Jahre Anna Poth” in der Caricatura? Warum hat die Stadt Frankfurt ihre Verdienste als furchtlose Hostientesterin nicht mit einer Leibrente gewürdigt, warum wurde sie noch nicht einmal zur Ehrenbürgerin ernannt und warum steht in Sossenheim kein Denkmal von ihr, das sie sicher gerne mit einem grandiosen Festakt selber eingeweiht hätte? Eine Caricatura ohne Anna Poth ist eigentlich sinnlos, trotzdem müssen wir alle irgendwie versuchen in ihrem Sinne weiterzumachen, sonst kriegen wir später gewaltigen Ärger mit Anna.

Foto: © CMF, Britta Frenz

Stadt Frankfurt verabschiedet Achim Frenz, Gründer und Museumsleiter

Nach 23 Jahren wurde Museumsleiter Achim Frenz am Montag, den 9. Oktober 2023 mit einem Festakt in der Evangelischen Akademie Frankfurt aus dem aktiven Dienst der Stadt Frankfurt verabschiedet.

Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig würdigte in ihrer Rede das große und beharrliche Engagement Achim Frenz‘ für die Komische Kunst: „Das Caricatura Museum Frankfurt ist ein großes Glück für unsere Stadt, die sich nun als Hauptstadt der Satire in das kollektive Gedächtnis einschreibt. Das Museum, ein Publikumsmagnet, verfügt über bundesweites Renommee als Kompetenzzentrum der Komischen Kunst. Diese Erfolge sind zurückzuführen auf das leidenschaftliche Engagement von Achim Frenz, der seine Idee in die Tat umsetzte und das Museum in Frankfurt gründete. Nicht zuletzt hat es dazu beigetragen, dass Komische Kunst als ernstzunehmende Kunst zum Gattungsbegriff wurde.“

Pit Knorr beschwor in seiner Laudatio die auf der Arbeit von Achim Frenz beruhende glorreiche Zukunft der komischen Kunst in Frankfurt. Musikalisch begleitet wurde die Verabschiedungsfeier von Frank Wolff.

In seiner Zeit als Museumsleiter verantwortete Achim Frenz den Aufbau und die Erweiterung der Sammlung des Hauses, die mittlerweile weit mehr als 8.000 Originale der Zeichner der „Neuen Frankfurter Schule“ sowie rund 6.500 Zeichnungen weiterer Karikaturisten umfasst. Unter seiner Ägide wurden die regelmäßigen Neuhängungen der Dauerausstellungen zur Neuen Frankfurter Schule und 42 Sonderausstellungen kuratiert. Als Herausgeber der Caricatura Museum Edition, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verlagen entsteht, erscheinen regelmäßig Bücher zu den vielfältigen Ausstellungen. Zudem das Festival der Komik etabliert, das alljährlich als Ergänzung zu den Ausstellungen auf dem Weckmarkt satirische Bühnenkunst während des Museumsuferfestes präsentiert.

Ende Oktober endet seine Amtszeit, er wird dem Caricatura Museum Frankfurt aber weiterhin als Kuratoriumsmitglied zur Seite stehen.

Foto: Achim Frenz und Kulturdezerntin Ina Hartwig © Stefanie Kösling

Quelle: Presseinformation der Stadt Frankfurt vom 9. Oktober 2023