SEYFRIED

© G. Seyfried

27.9.2015 – 24.1.2016

SEYFRIED

 

Das caricatura museum präsentiert in einer großen Werkschau die gesamte Bandbreite von Gerhard Seyfrieds Schaffen. Gezeigt werden frühe Cartoons aus dem Münchner Blatt, Comics aus den letzten 35 Jahren, seine großformatigen Wimmelbilder und Plakate, Einzel- und tagespolitische Cartoons, Illustrationen und Objekte.

 

In der Galerie im ersten Stock werden frühe Arbeiten ausgestellt, oft Kleinstformate in Schwarzweiß. Hier sind neben Zeichnungen für Pardon und Titanic Blätter aus Seyfrieds Zeit in den USA zu sehen (ab 1978), darunter eine Fülle an Skizzenblättern aus San Francisco und Berkeley. Gezeigt werden hier u.a. Cartoons aus seinen ersten Büchern und ein großartiger Polizeiautobastelbogen, sowie Seyfrieds Anfangswerke aus der Werbegrafik.

 

Im Erdgeschoss werden Auszüge und Materialien zu Seyfrieds Comics Invasion aus dem Alltag (1980), Das schwarze Imperium (1986) und Flucht aus Berlin (1990) präsentiert. Daneben sieht man die in Zusammenarbeit mit Ziska entstandenen Science Fiction-Blätter, Geschichten rund um den Hanf, Plakate und nicht zuletzt aktuelle tagespolitische Cartoons.

 

Einladungskarte zur Eröffnung

Ausstellungsfolder

 

Gerhard Seyfried © Foto: Meisterstein

Gerhard Seyfried (1948*) gilt als Star des deutschen Underground-Comics. Geboren und aufgewachsen in  München beginnt er in der Hochzeit der Studentenbewegung sein Studium der Malerei und Grafik an der Akademie für das Graphische Gewerbe. Seine Teilnahme an einem Streik gegen die Notstandgesetze sorgt jedoch dafür, dass Seyfried 1969 aus der Akademie fliegt, woraufhin er als freischaffender Zeichner zu arbeiten beginnt: Für Werbeagenturen und Firmen, aber auch und vor allem für die alternative Stadtzeitung Das Blatt. Als Redaktionsmitglied dieser ersten Stadtzeitung der Republik wird Seyfried zum politischen Zeichner der linken Szene.

 

1976 zieht Seyfried nach West-Berlin, welches von da an Hintergrund seiner Comics und Cartoons ist. Dort zeichnet er seine Geschichten über die Hausbesetzerszene, über Kiffer, Freaks und Bullen, und veröffentlicht sein erstes Buch Wo soll das alles enden. Mit dem Geld aus dem Verkauf reist er Ende der 1970er das erste Mal in die USA, wo er mit Gilbert Shelton und Paul Mavrides, den Schöpfern der berühmten Freak Brothers zusammenarbeitet. Seyfried veröffentlicht neben seinen Cartoons auch längere Comicbände, einige davon zusammen mit der Berliner Künstlerin Ziska, und ist als Plakatkünstler tätig. Daneben arbeitet Seyfried als Romancier.

 

www.gerhardseyfried.de