Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule

Die Zeichner der Neuen Frankfurter Schule
Chlodwig Poth F.W. Bernstein F.K. Waechter Robert Gernhardt Hans Traxler

In der Dauerausstellung werden die Werke der Zeichner der Neuen Frankfurter Schule gezeigt. F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter ist jeweils ein Kabinett gewidmet. Um möglichst viele Bilder der Öffentlichkeit zeigen zu können, sowie aus konservatorischen Gründen werden die Zeichnungen regelmäßig ausgetauscht. Die Arbeiten von F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und Hans Traxler sind aus den Beständen des Museums. F. K. Waechters Bilder werden in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-Busch-Museum Hannover gezeigt.

Die Neue Frankfurter Schule ist im Umkreis der Satirezeitschriften Pardon und Titanic entstanden. Zu ihr gehören neben den Zeichnern auch die Autoren Bernd Eilert, Eckhard Henscheid und Peter Knorr.

 

Ab dem 18. Mai 2017 präsentiert das Caricatura Museum Frankfurt eine neue Auswahl in der Dauerausstellung. Anders als bei der letzten Hängung gibt es keinen inhaltlichen Schwerpunkt, dafür erwartet Sie eine kleine Besonderheit: F. W. Bernstein hat acht Werke von Chlodwig Poth mit Gedichten humorvoll kommentiert, die in seinem neuen Lyrik-Band „Frische Gedichte“ (Kunstmann-Verlag) veröffentlicht wurden. Diese Bilder werden zusammen mit den Gedichten in der Ausstellung zu sehen sein.

 

Chlodwig Poth
© Britta Frenz

Chlodwig Poth

Die ersten satirischen Zeichnungen von Chlodwig Poth (1930-2004) entstanden 1944 in den Luftschutzkellern Berlins, nach dem Krieg studierte er Kunst in Berlin und begann mit der Veröffentlichung seiner Karikaturen. 1955 zog er nach Frankfurt am Main. Hier gründete er 1962 zusammen mit Hans Traxler und den Verlegern Bärmeier & Nikel die Monatszeitschrift Pardon, 1979 gehörte er zu den Gründern des endgültigen Satiremagazins Titanic. Zu seinen erfolgreichsten Werken gehört die Alternativmilieustudie „Mein progressiver Alltag“ und die Serie „Last Exit Sossenheim“. 1997 wurde er als erster mit dem Satirepreis „Göttinger Elch“ ausgezeichnet.

Die endgültige Teilung Deutschlands, das ist unser Auftrag.

F.W. Bernstein
© Britta Frenz

F.W. Bernstein

F.W. Bernstein wurde am 4. März 1938 als Fritz Weigle in Göppingen/Baden-Württemberg geboren. Nach dem Studium an der Kunstakademie Stuttgart und der Hochschule der Bildenden Künste Berlin Tätigkeit im Schuldienst und an der Pädagogischen Hochschule in Göttingen. 1984 erhielt Fritz Weigle die erste Professur für Karikatur und Bildgeschichte in Deutschland an der Hochschule der Künste Berlin, die er bis zu seinem Ruhestand 1999 innehatte. Seit 1962 war er Mitarbeiter der Zeitschrift Pardon, nach 1979 gehörte er zum Redaktionsstab des Satiremagazins Titanic. Er hat zahlreiche Bücher mit Zeichnungen und Texten veröffentlicht und wurde mehrfach ausgezeichnet.

Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

F.K. Waechter
© Britta Frenz

F.K. Waechter

Friedrich Karl Waechter wurde am 3. November 1937 in Danzig geboren. Ab 1962 war er Mitarbeiter des neugegründeten Satiremagazins Pardon in Frankfurt, für das er sogleich das berühmte Titel- Teufelchen entwarf. 1979 war er Mitbegründer von Titanic, für die er u. a. bis 1992 das monatliche "Stille Blatt" plus Rückseite zeichnete. Sein Werk umfasst Cartoonbände (Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein, 1978), Kinderbücher, literarische Bilderbücher für Erwachsene und Kinder, Filmdrehbücher und zahlreiche Theaterstücke. Er wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. F. K. Waechter starb am 16. September 2005 in Frankfurt.

Zeichnen heißt das Schwarze im Auge auf einer weißen Fläche verteilen.

Robert Gernhardt
© Britta Frenz

Robert Gernhardt

Robert Gernhardt (1937-2006) lebte als Maler und Zeichner, Lyriker, Schriftsteller und Drehbuchautor in Frankfurt am Main und in der Toscana. Seit ihrer Gründung 1962 war er ständiger Mitarbeiter der Satirezeitschrift Pardon und erfand dort mit F. K. Waechter und F. W. Bernstein die Nonsensebeilage „Welt im Spiegel“ und den unsterblichen „Arnold Hau“. 1979 war er Mitbegründer der Titanic. Robert Gernhardt wurde für sein umfangreiches literarisches und zeichnerisches Werk mit zahlreichen Preisen geehrt.

Ein Volk, das seine ´Caricatura´nicht ernähren und am Leben erhalten kann, ist nicht wert, daß es existiert.

Hans Traxler
© Britta Frenz

Hans Traxler

Hans Traxler, geboren am 21. Mai 1929, verkaufte mit 17 Jahren seine erste Karikatur an eine Münchner Illustrierte und zeichnet seither ohne Unterlass. Ab 1951 arbeitete er vier Jahre am Frankfurter Städel in der Malklasse von Georg Meistermann. Er gehört zu den Gründern der Satiremagazine Pardon (1962) und Titanic (1979). Gemeinsam mit Peter Knorr machte Traxler Deutschlands Kanzler Helmut Kohl zur "Birne". Er setzte F.W. Bernsteins berühmten Zweizeiler „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche“ ins Bild und schuf damit das Maskottchen der Neuen Frankfurter Schule. Seine Cartoons wurden in zahlreichen Magazinen und Büchern veröffentlicht. Für sein Lebenswerk wurde er mit dem „Göttinger Elch“ und dem „Deutschen Karikaturenpreis“ ausgezeichnet.

Alles, was man bei Regen beginnt, wird gut.